Netz der Zukunft

Netz der Zukunft der Leipziger Verkehrsbetriebe

Auf dieser Seite finden Sie unsere Stellungnahmen und Ideen zum “Netz der Zukunft”.

Stellungnahme zum “Netz der Zukunft” im Vorfeld der Stadtratssitzung am 13. Dezember 2023

Am 13. Dezember 2023 entscheidet der Stadtrat über das „Netz der Zukunft“ (Beschlussvorlage – VII-DS-08860) der Leipziger Verkehrsbetriebe, worüber die LVB am 14. November 2023 die Presse unterrichteten. Wir, von der Bürgerinitiative „ÖPNV.LEIPZIG“, die sich für einen starken ÖPNV und SPNV in Leipzig und Region einsetzen, nehmen, wie folgt, Stellung zur Beschlussvorlage.

Angebotsverbesserungen mit Liniennetzveränderungen (Seite 7)
Verlängerung Linie 14 nach Eutritzsch

Mit Fahrplanwechsel im Dezember 2025 soll die Straßenbahnlinie 14, in beiden Richtungen, über den südlichen und östlichen Promenadenring über Kurt-Schumacher-Straße, Erich-Weinert-Straße, Berliner Straße, Apelstraße, Wittenberger Straße und Delitzscher Straße zur Endhaltestelle Klinikum St. Georg verlängert werden, wie sie einst bis Dezember 2008 fuhr. Wir bitten zu prüfen, unter Vorbehalt von fehlendem Fahrpersonal und Fahrzeugen, ob eine Inbetriebnahme schon im Dezember 2024 möglich ist.

Maßnahmen der Umsetzungsstufe 3 im Detail (Seite 10)
Angebotsverbesserungen mit Liniennetzveränderungen
Verlängerung Linie 89 nach Anger-Crottendorf

Die Buslinie 89 aus der Innenstadt herauszunehmen, ist eine gute Idee und längst überfällig. Die geplante Linienführung über Neumarkt, Schillerstraße und Universitätsstraße kam leider nicht mehr zur Umsetzung. Die neue Linienführung sieht nun eine Verlängerung in die Ortsteile Zentrum-Südost, Reudnitz-Thonberg und Anger-Crottendorf vor, die im Bereich Grüne Gasse/Friedrich-Dittes-Straße enden soll. Statt einer Linienführung über den Augustusplatz und Johannisplatz zum Täubchenweg, schlagen wir folgende Routen vor: entweder ab Wilhelm-Leuschner-Platz über die Grünewaldstraße (H Roßplatz), Windmühlenstraße (H Härtelstraße), Nürnberger Straße (H Bayerischer Bahnhof und H Seeburgstraße und optional H Johannisgasse) zur Haltestelle Johannisplatz, damit wird der nördliche Teil vom Ortsteil Zentrum-Südost direkter erschlossen; potenzieller wäre jedoch eine Linienführung ab Wilhelm-Leuschner-Platz über Grünewaldstraße (H Roßplatz), Windmühlenstraße (H Härtelstraße) Nürnberger Straße (H Bayerischer Bahnhof), Liebigstraße (H Universitätsklinikum), Stephanstraße (H Seeburgstraße), Prager Straße (H Gutenbergplatz), Gerichtsweg (H Lene-Voigt-Park) zum Täubchenweg. Im Gegensatz zum LVB-Vorschlag, werden nur die Haltestellen Augustusplatz und Johannisplatz nicht bedient.



Der Vorteil liegt darin, dass die Bereiche um die Haltestellen am Universitätsklinikum (Schwerpunkt) und Seeburgstraße (darunter Institute) besser erschlossen werden. Dazu kommen Verknüpfungen zwischen Hochschulstandorten in Connewitz, Zentrum-Süd und Zentrum-Südost sowie Umsteigemöglichkeiten am Bayerischen Bahnhof (TRAM, BUS, S-BAHN), Prager Straße (TRAM) und die Anbindung des Lene-Voigt-Parks sowie eine Querverbindung in den Ortsteilen Zentrum-Südost und Reudnitz-Thonberg bzw. Breite Straße/Riebeckstraße, Täubchenweg, Prager Straße und Bayerischer Bahnhof. Des Weiteren ist zu überlegen, die Linie 89 umzubenennen. Bekanntlich stellt die Linie 89 einen Bezug zur „Friedlichen Revolution 1989“ her, die passenderweise auch am 9. Oktober 1999 in Betrieb ging. Bereits zur Busreform 2010 war eine Umbenennung in die Ziffer 71 geplant, da die 80er Linien weder im Zentrum noch im Süden unterwegs sind, sondern die 70er Linien. Dies stieß jedoch auf Unmut, sodass die 89 beibehalten wurde. Da die Linie 89 nun schon seit über 24 Jahren existiert, bedarf es wohl keiner Änderung. Dennoch sollte man abwägen, diese Linie vielleicht doch umzubenennen. Bei den 70er-Buslinien wäre nur noch die 71 frei.

Legende: dunkelgrau: geplante LVB-Route, lila: unsere Vorschläge | Karte: OpenStreetMap / Grafik: ÖPNV.LEIPZIG

Neues Konzept Industriepark Nord (Seite 3, 14)

Die Buslinie 85 (Gohlis-Süd – Sachsenpark) soll durch neue und bestehende Linien ersetzt werden. Sowohl der Bereich zwischen Max-Liebermann-Straße/Essener Straße und Georg-Schumann-Straße wird von den Fahrgästen, insbesondere den älteren, zum Einkaufen sehr gern genutzt, als auch die Anbindung zum entfernten Sachsenpark am Messegelände. Diese Möglichkeit einer Direktverbindung entfiele dann, sodass an einer bzw. mehreren Haltestellen umgestiegen werden muss. Dies sollte kein Problem darstellen, da es in vielen Ortsteilen auch keine Direktverbindung zum Einkaufen gibt. Dennoch stellt dies ein Problem für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste dar, die sich an die Direktverbindung jahrelang gewöhnt haben. In Zukunft müsste man, wenn man zum Sachsenpark möchte, von der Straßenbahnlinie 4 bzw. 12 in die Buslinie 80 umsteigen, an der Haltestelle Delitzscher/Essener Straße in die Straßenbahnlinie 16 und am S-Bf. Messe bzw.

Messegelände in die Buslinien 82 und 86. Wohlgemerkt, dass sich nicht alle Haltestellen in wenigen Metern zueinander befinden. Die Endhaltestelle Gohlis-Süd gibt es seit einem Jahr nicht mehr, stattdessen fährt die Linie 85 im Uhrzeigersinn und in der Nähe zu Kaufland vorbei. Die einstige Haltestelle befand sich in der Natonekstraße, an der südöstlichen Ecke von Kaufland, jedoch war der nächste Eingang über 180 m entfernt. Wir bitten daher zu prüfen, ob eine Linienführung zwischen Kaufland Gohlis (bessere Erschließung) und eventuell dem Bürgerbüro Gohlis (Elsbethstraße), über die Lindenthaler Straße zur Essener Straße und weiter zum Sachsenpark doch noch möglich ist. Damit hätten auch die Anwohnerinnen und Anwohner der westlichen Essener Straße direkte Anbindungen an den Sachsenpark und zur Georg-Schumann-Straße.

Neues Teilnetz in Grünau schafft mehr Direktverbindungen (Seite 10-12)

Ob es eine gute Idee ist, die Quartiersbuslinie 66 einzustellen? Mit etwa 250 Fahrgäste täglich weist sie eine sehr geringe Nachfrage auf, ist der Vorlage zu entnehmen Woran könnte es liegen? Ganz einfach: am 60-Minuten-Takt und im Einbahnverkehr. Diese Linie muss attraktiver werden, mindestens mit einem 20-Minuten-Takt und einem Fahrtweg, der in beiden Richtungen bedient wird. Dazu gehört auch, dass die Linie mit Fahrzeugen und Personalen der LVB bedient wird, um die Fahrgäste nicht zu beirren. Vor allem für ältere und mobilitätseingeschränkte Fahrgäste ist der „Grünolino“ ein Segen, da er viele Teile der Siedlung abdeckt.

Die Buslinie 62 soll ab der Haltestelle Plodiver Straße über selbige Straße zur Endhaltestelle Miltitz (Straßenbahnlinie 15) und weiter nach Böhlitz-Ehrenberg führen. Die Haltestelle Miltitz bedient sie bereits heute. Gegenwärtig führt sie über die Kiewer Straße und damit auch zum dortigen Kaufland und weiteren Einkaufsmöglichkeiten. Zahlreiche Grünauerinnen und Grünauer nutzen die Linie 62 zum Einkaufen und das vorhandene Angebot für die bestehenden Haltestellen Kiewer Straße (Umstieg TRAM 15 und BUS 65), Kiewer Straße/Kaufland, Uranusstraße und Siriusweg. Wir bitten, die neue Linienführung nochmal zu überdenken, auch, wenn die neue Linie 64 diesen Ast künftig abdecken soll, aber eben kommend vom Schönauer Ring und der Ratzelstraße.


Hingegen soll die neue Buslinie 64 westlich bis zur Endhaltestelle Miltitz verkehren. Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2026, wenn auch diese Linie in Betrieb gehen soll, wird die S 6 der S-Bahn Mitteldeutschland nach Weißenfels und Naumburg verlängert und bedient den Haltepunkt Leipzig-Miltitz. Nun liegen Haltepunkt und Endhaltestelle nicht weit auseinander und mit der Bedienung des Haltepunkts kann ein weiteres Gebiet erschlossen werden, sowohl für die dortigen Anwohnerinnen und Anwohner als auch für die Fahrgäste der S-Bahn, insbesondere auch als Pendelverkehr zwischen S-Bahn und Straßenbahn/Bus. Schwierig gestaltet sich dagegen die Anbindung des Haltepunkts, sodass man zu Fuß wohl schneller ist. Eine umständliche Linienführung wäre aber der (End)Haltestelle Miltitz über die Saturnstraße, Alte Burghausener Straße, Großmiltitzer Straße (mit neuer Haltestelle), Auenweg (Verknüpfung mit Buslinie 65) und Geschwister-Scholl-Straße zum Haltepunkt Miltitz. Die Wendestelle wäre Am Bahnhof/Mittelstraße (befahren im Uhrzeigersinn). Möglich wäre, die Linie 64 nur in der Hauptverkehrszeit bis/ab S-Bf. Miltitz führen zu lassen, ansonsten bis Miltitz. Eine Abkürzung wäre durch die Straßenbahnwendeschleife Miltitz, über die Zschampert und den Schwarzen Weg zum Haltepunkt. Dies ist jedoch ohne größere Eingriffe in den Waldbestand und zusätzlichen Kosten für eine Straße nicht möglich.

Legende: dunkelgrau: geplante (64) und bestehende (65) LVB-Route, lila: unser Vorschlag | Karte: OpenStreetMap / Grafik: ÖPNV.LEIPZIG

Nicht in der Beschlussvorlage vorhanden sind folgende Konstellationen, die wir als notwendig sehen, wenn eine Netzreform für das Bus- und Straßenbahnnetz bevorsteht. Auch, wenn es durch Fahrplanwechsel immer wieder zu Änderungen kommen kann, die aber auch ihre Zustimmung und Umsetzungsdauer bedürfen.

Durch die LVB war schon längere Zeit eine Linie 7E geplant, die als Verstärker zwischen S-Bf. Leutzsch (Nordwesten) und Sellerhausen, Emmausstraße (Osten) eingesetzt werden sollte. Die reguläre Linie 7 verkehrt zwischen Böhlitz-Ehrenberg und Sommerfeld. Wegen Personal- und Fahrzeugnot kam es bisher zu keiner Umsetzung, auch im Konzept „Netz der Zukunft“ ist keine Linie 7E vermerkt. Dennoch muss die geplante Linie 7E zur bevorstehenden Netzreform berücksichtigt werden.

Buslinie 60

Nachdem im Februar 2021 die Buslinie 60 im Westen zum Lindenauer Hafen verlängert wurde, sollte es mit der bevorstehenden Netzreform auch eine Verlängerung im Osten geben. Derzeit endet die Linie 60 an der Lipsiusstraße im Ortsteil Reudnitz-Thonberg. Neu ist die Idee nicht, sie über die Oststraße und Am Güterring zum S-Bf. Anger-Crottendorf zu verlängern. Dort besteht nicht nur Übergang zur S 3, sondern auch zu den Buslinien 72 und 73. Als Wendestelle biete sich beispielsweise die ehemalige Wendeschleife der Straßenbahnlinie 2 (1997 stillgelegt) an, die östlich von der Bahntrasse liegt. Eine neue Haltestelle könnte Am Güterring eingerichtet werden, die auch Zugang zum Westtor des Ostfriedhofs und des Islamischen Friedhofs bietet. Denkbar wäre auch eine Fortführung nur in der Hauptverkehrszeit, dazwischen als Linie 60E bis Lipsiusstraße. Außerdem führt die Linie 60 an der Straße des 18. Oktober vorbei.

Zwischen den Haltestellen Bayerischer Bahnhof und Johannisallee befährt sie die Philipp-Rosenthal-Straße, was bei Staus auf der Straße des 18. Oktober auch sinnvoll ist. Jedoch könnte die Linie 60 zwischen den genannten Haltestellen über die Straße des 18. Oktober geführt werden und eine neue Haltestelle an der Ecke Straße des 18. Oktober/Johannisallee bedienen, die beispielsweise Tarostraße (trotz der Entfernung) oder direkt Straße des 18. Oktober heißt, um auf die Geschehnisse der „Völkerschlacht 1813 bei Leipzig“ aufmerksam zu machen. Neben zahlreichen Wohnhäusern liegen auch mehrere Schulen, Kindertagesstätten, ein Stadtteilzentrum und eine Schwimmhalle sowie ein Lebensmittelmarkt im Einzugsgebiet.

Legende: dunkelgrau: bestehende LVB-Route, lila: unser Vorschlag | Karte: OpenStreetMap / Grafik: ÖPNV.LEIPZIG

Legende: dunkelgrau: bestehende LVB-Route, lila: unser Vorschlag | Karte: OpenStreetMap / Grafik: ÖPNV.LEIPZIG

Buslinie 72:

Zeitweise könnte die Buslinie 72 von der derzeitigen Endhaltestelle Hauptbahnhof im Zuge der Straßenbahnlinie 12 zum Zoo verlängert werden. Sie würde folgende Haltestellen zusätzlich bedienen: Goerdelerring, Lortzingstraße und Zoo. Zeitweise beruht auf Schulferien und potenzielle Samstage, Sonntage und Feiertage und zur Entlastung der Linie 12 bzw. für aus dem Leipziger Osten kommende Fahrgäste.

Neue Haltestellen

Der Vorlage sind leider nicht die geplanten 45 neuen Haltestellen zu entnehmen. Wenn wir uns jedoch das Kartenmaterial anschauen, stellen wir fest, dass Haltestellen fehlen. Einiges wurde schon in den Nahverkehrsplänen benannt oder von Organisationen und Einzelpersonen zusammengetragen. So beispielsweise in der Antonienstraße (Ortsteile Plagwitz und Kleinzschocher), die die Straßenbahnlinien 1 und 2 sowie die Buslinien 60 und 74 (Umleitung) bedienen. Geplant ist die Haltestelle Sportbad an der Elster (wobei der Name „Volkspark Kleinzschocher“ treffender wäre). Diese Haltestelle gab es im Rahmen des Umbaus der Kreuzung Adler (2021/2022), im Zuge der Linie 60, in der Erich-Zeigner-Allee/Antonienstraße.

Wir nehmen an, dass die Aufhebung der Haltestelle Markranstädter Straße auf der Zschocherschen Straße (Ortsteil Plagwitz), die die Straßenbahnlinie 3 und Buslinie 74 (Umleitung) bedienen, mit der Netzreform nicht kommt, sondern erst mit dem Ausbau ab dem Jahr 2027. Dennoch sollte in Betracht gezogen werden, die Haltestelle Markranstädter Straße schon früher aufzuheben und durch die neuen Haltestellen Limburgerstraße und Eduardstraße zu ersetzen. Beide sind ohne großen baulichen Aufwand umsetzbar, wobei wir uns deutliche Fahrbahnmarkierungen wünschen, die auf den Haltestellenbereich hinweisen. Schwieriger gestaltet sich hingegen die Haltestelle Sportbad an der Elster.